Stiftskirchengemeinde

Stiftskirche

Die Stiftskirche ist als Offene Kirche

Im Winter (von November bis März) ist die Stiftskirche, außer montags, täglich von 12.00 - 16.00 Uhr geöffnet. Am Sonntag ist sie von 11.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.

Im Sommerhalbjahr (April bis Oktober) ist die Stiftskirche, außer montags, von 11.00 bis 17.00 Uhr und sonntags von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

Für Konzerte oder kirchliche Amtshandlungen kann die Kirche auch einmal vorübergehend geschlossen sein. Besucher, die von weiter her anfahren, können sich im Kirchenbüro (05382-2714) erkundigen.

 Abb.Fruleinchor  Münster - Stiftskirche - Dom
ecclesia - kaiserlich freiweltliches Stift

Im Laufe der Jahrhunderte hatte die Gandersheimer Stiftskirche viele Namen. Auch heute noch konkurrieren die Bezeichnungen "Stiftskirche" und "Dom" miteinander. Ein kleiner Blick in die Geschichte kann hier weiterhelfen.

Der Begriff Münster leitet sich vom lateinischen monasterium (Kloster) ab und bezeichnete ursprünglich eine Kirche, die nicht als Pfarrkirche, sondern als Gotteshaus eines Klosters oder Stifts errichtet wurde. Ab dem 13. Jahrhúndert wurde dieser Begriff aber allgemein für "Großkirchen" verwendet. Die Gandersheimer Stiftskirche ist somit auch ein Münster und so wird sie in der älteren Forschungsliteratur auch häufiger bezeichnet.

Auch "Dom" stammt aus dem Lateinischen und leitet sich von domus ecclesiae (Haus der Kirche) ab. Die Bezeichnung "Gandersheimer Dom" wird ebenfalls bereits im 19. Jahrhundert verwendet. Doch meint die Bezeichnung Dom heute ausschließlich Bischofskirchen. Diese werden bisweilen auch Kathedralen genannt, da dort der Bischofsthron - die Cathedra - seinen Platz hat. Im Gegensatz zum Essener Münster, das als Stiftskirche des Essener Frauenstifts errichtet wurde und später zum Dom des "Ruhrbistums" wurde, war Gandersheim nie Bischofssitz.

GoldenerRaum

Scheinen die Definitionen der unterschiedlichen Kirchengebäude und ihre Verwendung im Sprachgebrauch-Wandel der Zeit leicht verwirrend, so wird es umso komplizierter, betrachtet man die Namen, die die Gandersheimer Kanonissen ihrer Gemeinschaft im Laufe der Jahrhunderte gaben. In den erhaltenen schriftlichen Quellen wurden zunächst sehr neutrale Bezeichnungen wie monasterium (Kloster) oder ecclesia (Kirche als Begriff für geistliche Gemeinschaft) verwendet. Ab dem 13. Jahrhundert wird ecclesia durch secularis (weltlich) ergänzt und dadurch der Unterschied zu klösterlichen Gemeinschaften unterstrichen. Als deutsche Ausdrücke erscheinen bis zum ausgehenden Mittelalter stichte, stifft, wertlikes stichte, wertliktes goddeshus oder wertlikte kerken.

Ab der frühen Neuzeit werden besonders Exemtion (Eigenständigkeit gegenüber dem Hildesheimer Bischof) und Reichsunmittelbarkeit im Selbstverständnis der Kanonissen hervorgehoben. Die Gemeinschaft bezeichnet sich als friges wertlikes stichte, fry edeles wertliktes stichte oder keiserfreies weltliches stift. Der besondere politische Status im Reichsgefüge, aber auch die hochadelige Herkunft der Stiftsdamen, wird noch im18. Jahrhundert deutlich betont.

Text: Julia Hartgen

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